Was ist schamanische Heilung?
Die letzte Hoffnung und das Wunder
Ein großer Teil des Schamanismus beschäftigt sich mit Heilung. Jedoch geht es hierbei nicht um Heilung in einem modernen medizinischen Sinne, sondern um eine ganz andere Betrachtung und Herangehensweise. Der Laie überträgt oft das moderne medizinische Menschenbild auf die schamanische Heilarbeit. Daraus entstehen falsche Erwartungen, die wiederum oft in Verwirrung und Enttäuschung enden.
Viele erwarten dann Wunder, das spontane Beenden eines Leidens, das von medizinischen Fachleuten bereits aufgegeben wurde. Solche Fälle gibt es. Aber es steht mehr dahinter, als viele zugeben wollen und ganz anderes als die meisten sehen wollen. In diesem Beitrag erfährst du mehr über das schamanische Menschenbild und was wirklich hinter Wunderheilungen steckt.
Heilung im medizinischen Sinne
Im modernen medizinischen Sinne ist Heilung im Großen und Ganzen wie folgt definiert. Es besteht ein körperliches Unwohlsein, ein Leiden, eine körperliche Einschränkung oder eine Verletzung. Und es geht darum dies zu beenden oder zu lindern. Verschwinden die Symptome der behandelten Krankheit, die Einschränkung ist behoben oder die Verletzung kuriert, spricht man von einer Heilung. Manchmal spricht man auch erst dann von einer Heilung, wenn auch die Ursachen behoben wurden.
Dem medizinischen Menschenbild liegt zugrunde, dass der Mensch vor allem ein biochemischer Körper ist. Außerdem betrachtet man den Menschen dabei als ein soziales Wesen und erkennt auch an, dass er eine psychologische Dimension hat mit Wünschen, Sehnsüchten, Traumata und emotionalen Wunden und Narben. So gibt es auch die psychologische Therapie, die Menschen hilft mit ihren inneren geistigen Themen ins Reine zu kommen und sich auf diesen Ebenen von Leid zu befreien.
Die moderne Medizin ist in vielerlei Hinsicht ein Segen und eine herausragende Errungenschaft. Jedoch lässt sie große Bereiche des Menschen außer Acht und stößt an ihre Grenzen, wenn die Ursachen eines Leidens in den nichtalltäglichen Dimensionen des Menschen liegen. Hier übernimmt dann oft die psychologische Therapie.
Ziel der schamanischen Heilarbeit ist es nicht das zu leisten, was die moderne Medizin vollbringen kann. Denn das kann sie nicht. Ihr Anliegen ist es sie zu ergänzen und zu fördern, wo die moderne Medizin nichts (mehr) tun kann. Vor allem geht es dabei um Prävention, also um ein gutes Leben.
Leider ist die Regel so, dass viele Leidende erst dann zu einem Schamanen gehen, wenn die medizinische Behandlung nicht helfen konnte. Und oft werden hier dann Wunder erwartet. Ein Schamane ist aber nicht der Wunderheiler, sondern der, der mehr sehen kann als das Alltägliche und der Dinge bewirken kann, die weit darüber hinausgehen. Er ist nicht der, der das sinkende Boot alleine ans Ufer ziehen kann, wenn alle schon abgesprungen sind. Er ist der, der dabei helfen kann, dass es gar nicht so weit kommen muss. Aber ja, immer wieder kommt es aus medizinischer Sicht gesehen zu Wunderheilungen, die für den Schamanen aus seiner Sicht einfach nur logisch sind.
Das schamanische Menschenbild
Schamanische Heilarbeit orientiert sich nicht an medizinischen Krankheitsbildern. Sie schaut auf die geistig-energetischen Bereiche des Menschen, vor allem in die spirituelle Dimension. Das Bild des Menschen ist dabei viel umfassender als die reine Biochemie. Es ragt auch über die Psychologie hinaus. Es werden nicht nur biografische Themen mit einbezogen, sondern auch Themen die weit über die Person hinaus reichen.
Wenn es hier auf den inneren geistigen Ebenen eine Disharmonie gibt, in welcher Form auch immer, geht es bei der schamanischen Heilarbeit darum diese zu harmonisieren. Der leidende Mensch wird bei der schamanischen Heilarbeit als spirituelles Wesen betrachtet, als Seele, die auf ihrem Lern- und Entwicklungsweg im Alltag voranschreitet. Und auf diesem Weg gibt es Stolpersteine, Herausforderungen und größere Hindernisse, die überwunden werden wollen.
Aus Sicht des Seelenweges ist vor allem wichtig, dass eine Weiterentwicklung stattfindet. Es geht darum immer mehr zu erkennen, dass man ein spirituelles Wesen ist, das sich als Mensch versucht. Es geht darum zu verstehen, dass man als Seele die Macht und Verantwortung hat, das eigene Leben selbst zu gestalten und zu lenken. Und als spirituelles Wesen, ist ein Mensch nicht nur ein Körper, sondern weit mehr. Er ragt darüber hinaus, ist nicht festgelegt auf ein einziges Leben. Er ist nicht dieser Körper der leidet, sondern er ist eine multidimensionale Intelligenz, die ihr kosmisches Potential als Mensch verwirklichen möchte. Und wenn sie damit hadert, kann sie sich an jemanden wenden, der darauf spezialisiert ist ihr dabei zu helfen – an den versierten Schamanen, die versierte Schamanin.
Heilung im schamanischen Sinne
Im Fokus der schamanischen Heilarbeit steht nicht das Verschwindenlassen von medizinischen Krankheitsbildern. Der Ansatz ist der, dass man das spirituelle Heilsein betrachtet. Was braucht dieser Mensch wirklich, um ins Reine mit sich und der Welt zu kommen? Womit hadert er auf seinem übergeordneten seelischen Lernweg? Warum taucht das Leiden aus seelischer Sicht auf? Welche wichtigen Entscheidungen wollen schon seit längerem von ihm getroffen werden? Welche Verantwortung wartet darauf aufgenommen zu werden?
Schamanische Heilarbeit erfordert ein tiefes Wollen von echter Lebensveränderung, von ehrlicher Selbsteinsicht und einer nachhaltigen persönlichen Transformation. Daher liegt die Verantwortung für das Gelingen der schamanischen Heilarbeit vor allem beim Hilfe suchenden Menschen. Der schamanisch Praktizierende hat natürlich die Verantwortung seine Arbeit korrekt durchzuführen. Aber er kann dem Leidenden nicht sein Leben und sein Lernen abnehmen. Er kann ihm helfen sich besser zu orientieren, ihm alle wichtigen Einsichten zu verschaffen, Wege aufzeigen, Ressourcen dafür schaffen und blockierende Einflüsse aus dem Weg zu räumen.
Schamanische Heilarbeit ist nicht nur spirituelle Geistheilung, sondern auch spirituelle Lebensberatung. Schließlich geht es darum den Menschen an seine seelische Heimat zu erinnern, damit er seinen Weg optimal im Sinne seines Seelenplans fortsetzen kann. Dabei soll er alle Kräfte und Erkenntnisse zur Verfügung haben, die er dafür braucht.
Aus schamanischer Sicht kommt es dann zu sogenannten Spontanheilungen oder Wunderheilungen, wenn es dem Menschen gelingt sich intensiv für sein wahres Selbst, sein Seelensein zu öffnen. Wenn er das Ego aufgibt und die Widerstände gegen den Augenblick. Wenn er sich lossagt von all seinen Identifikationen mit den weltlichen Dingen, einer Alltagsperson und mit dem Körperlichen. Dies ist jedoch kein Rezept für eine Wunderheilung, sondern die spontane Heilung ist dann eine Begleiterscheinung davon, dass der Mensch beginnt sich an seine wahre Natur zu erinnern.
Was wird bei der schamanischen Heilarbeit gemacht?
Verlorene Kräfte ins Leben zurück bringen
Es gibt bestimmte Lebensumstände, die dazu führen können, dass Qualitäten, sprich Energien von der Seelenebene sich nicht mehr am Alltag beteiligen können. Dem Menschen fehlen dann diese Kräfte. Dies kann sich auf verschiedene Ebenen des Menschseins auswirken. Man spricht symbolisch dann vom Verlust eines Seelenteils. Modellhaft ausgedrückt fehlt ein Teil der Seele, der sich nicht mehr am Leben beteiligen kann. Das bemerkt derjenige in aller Regel dadurch, dass er spürt, dass ihm etwas Wichtiges fehlt, das er aber nicht genau benennen kann.
Viele versuchen das zu kompensieren, indem sie sich mit bestimmten Substanzen oder Essen aufputschen oder beruhigen, damit sie das Fehlen der Kraft nicht so arg fühlen müssen. Denn man leidet ja darunter. Möglicherweise treibt einen so etwas auch in eine Sucht hinein. Man sucht etwas in der Welt und im Konsum, was einem von innen her nicht zugänglich ist. Für manche fühlt es sich auch so an, als würden sie nicht so voran kommen, wie es eigentlich sein sollte. Sie fühlen sich kraftlos, blockiert oder ohnmächtig.
Mit einer schamanischen Vorgehensweise, die sich Seelenrückholung nennt, kann man dafür sorgen, dass solche verlorenen Kräfte sich wieder im Leben zeigen können. Das nimmt einem nicht die weitere Verantwortung ab, die richtigen Entscheidungen zu treffen, aber es macht vieles sehr viel leichter und so einiges regelt sich dann auch wie von selbst. Die genauen Auswirkungen sind zwar nicht vorhersehbar, aber klar ist, dass der Mensch insofern danach heiler ist, dass er als Seele wieder ganz im Leben anwesend sein und wirken kann.
Persönliche Konflikte befrieden und Blockaden lösen
Im Laufe unserer Kindheit und Jugend lernen wir optimalerweise, wie wir später als Erwachsene eigenständig ein wertvolles, gesundes, erfülltes und erfolgreiches Mitglied der Gesellschaft sein können. Wir haben Vorbilder und wir bekommen auch einiges automatisch eingeimpft. Diese Erziehung und Sozialisation geht leider in den häufigsten Fällen insofern schief, dass die Eltern und Vorbilder mit sich selbst nicht im Reinen sind und ihre eigenen unerklärten Themen und Traumata auf ihre Kinder übertragen.
Dadurch erleben viele in ihren ersten Lebensjahren schlimme Situationen und Beziehungen. All diese Schlimmen Dinge manifestieren sich als Teile in der Persönlichkeit in unbewussten Bereichen des Geistes und steuern von dort aus maßgeblich das Erleben im Alltag mit. Ein guter Schamane hat die Fähigkeiten mit diesen inneren Anteilen direkt zu arbeiten und diese von ihrem Leiden zu erlösen.
Vererbte Familiäre Konflikte befrieden
Aus schamanischer Sicht wirken ungelöste Konflikte der Vorfahren oft weiter auf die Nachfahren. Daher ist es möglich, dass jemand Probleme hat, die nicht aus seiner Biografie heraus entstanden sind, sondern von der Ursprungsfamilie her auf unbewusster Ebene verursacht werden. Dabei ist es egal, ob die Verursacher noch leben oder nicht. Solche Wirkungen können manchmal aussehen wie ein Familienfluch. Bestimmte Dinge, die Mitglieder der Familie angehen, scheinen einfach immer zu scheitern.
Ungünstige Wirkungen aus anderen Leben beenden
Sehr häufig wirken auch Konflikte oder Traumata aus anderen Leben in dieses jetzige Leben hinein. Ebenfalls sehr häufig beschäftigt sich eine Seele auch mit Lernerfahrungen, die sich über mehrere Leben ziehen. Ein guter Schamane kann dies prüfen und bei Problemen diesbezüglich helfen.
Negative magische Einflüsse
Es gab Zeiten, da wurde sehr viel mehr magisch in der Bevölkerung gearbeitet. Und damit wurde auch sehr viel Schaden verursacht, der teilweise über die Leben hinweg negativ wirkt. Heutzutage ist Schadensmagie leider immer noch ein Thema, wobei sich zum Glück lange nicht mehr so viele Menschen aktiv damit beschäftigen. Das Problem heute ist, dass kaum einer daran glaubt und daher viele garnicht oder erst sehr spät auf die Idee kommen, prüfen zu lassen, ob bei ihnen ein solcher schädlicher magischer Einfluss vorhanden ist. Solche Einflüsse wirken sehr individuell und haben immer mit der persönlichen oder seelischen Geschichte zu tun. Ein guter Schamane kann so etwas herausfinden und sicher und restlos lösen.
Vermittlung zwischen Leben und Tod
Manchmal geht es Menschen sehr schlecht, weil sie Probleme mit dem Thema „Tod und Sterben“ haben. Die Aufgabe des Schamanen ist es dann zu helfen mehr Verständnis für diese größeren Zusammenhänge zu entwickeln, Ängste mindern oder Mut fassen zu helfen. Außerdem ist ein Schamane damit vertraut mit Seelen im Jenseits Kontakt aufzunehmen und zu vermitteln, falls das wichtig ist, damit jemand mehr Frieden finden kann.
Energetische Altlasten entfernen
Alle emotionalen, mentalen und Handlungs-Energien, die nicht konstruktiv im Leben ausgedrückt und/ oder nicht integriert und/ oder nicht losgelassen wurden, bleiben irgendwo im System hängen. Und zwar so lange, bis sie wahrgenommen und bewusst losgelassen werden oder jemand nachhilft und diese aus dem System entfernt. Solche Altlasten blockieren den freien Fluss der Lebenskraft, der Emotionen und die Klarheit der Gedanken. Entsprechend steuert ein Mensch, der viele energetische Altlasten mit sich herumschleppt sein Leben eher leidvoll, ungesund und oft auch tragisch und selbstzerstörerisch.
Das muss nicht sein. Man kann sich Schritt für Schritt davon befreien und damit das Leben leichter und fließender machen. Man nennt das Entfernen solcher Altlasten auch schamanische Extraktion. Es geht in einem weiteren Schritt darum eine energetische Hygiene zu erlernen.
Negative Wirkungen des Umfeldes harmonisieren
In den meisten Fällen beginnt und endet ein Problem nicht beim einzelnen Menschen. Denn Menschen leben mit anderen Menschen und halten sich regelmäßig längere Zeit an bestimmten Orten auf. Und das hat einen großen Einfluss auf die Realität und wie gesund man leben kann. Wenn z. B. das Bett an einem Ort steht, der energetisch so ungünstig ist, dass Tiefschlaf schier unmöglich ist, muss das geändert werden. Wenn jemand ein Arbeitsumfeld hat, das ihn sehr belastet, dann muss an dieser Last gearbeitet werden. Auch die wichtigsten Beziehungspersonen in der Vergangenheit oder Gegenwart hinterlassen intensiv ihre Spuren in der Persönlichkeit und im Energiesystem. Ein Schamane kann hier auch verborgene Zusammenhänge aufdecken und dabei helfen gute Lösungswege zu finden.
Verbundenheit zur Natur herstellen
Vielen Menschen geht es einfach schlecht, weil sie sich nicht nur von sich Selbst, sondern auch von Mutter Natur entfremdet haben. Oder sie sind einfach so aufgewachsen, dass sie nie wirklich erlebt haben wie arg man verbunden sein kann mit dem Lebensnetz der Natur. Mutter Erde kann uns energetisch nähren und uns auch gute Wege im Leben offenbaren. Dafür müssen wir lernen, wie man in diese Verbindung geht. Ein guter Schamane kann hier vermitteln und dabei helfen individuelle Wege dafür zu finden.
Für den größeren Lebenskontext öffnen
Aus einer schamanischen Sicht sind Menschen nicht einfach ein Klumpen Biomasse, der es irgendwie halt geschafft hat zu leben. Wir sind lichtvolle Wesen, leuchtende Seelen, kreative Schöpfer und liebevolle Energie. Ein einziges Leben ist nur eine Facette der Ganzheit dieses großen Selbst, das jeder ist. Viele haben ihren Ursprung nicht mal auf der Erde.
Die Möglichkeiten Erfahrungen zu machen im unendlichen Multiversum sind unerschöpflich. Manchmal ist es sehr heilsam zu erfahren, wer oder was man in diesem Großen Kontext wirklich ist. Und warum man wirklich auf der Erde ist und was gerade in diesem Leben eine große Bedeutung hat. Ein guter Schamane kann die Seelenpläne und Lebenswege erkennen und helfen diese gut ins Leben zu integrieren.
Autor: Benjamin Maier
Schamanisch mit echten Krafttieren arbeiten
Das Phänomen Krafttier ist komplex. Und anfangs stellt sich die Frage, wie man echte Wahrnehmung von Fantasie unterscheidet?
Schamanische Selbstfürsorge
Schamanische Selbstfürsorge ist vor allem energetische Selbstfürsorge: Bewusstsein, Energiefresser, Erdung, Abgrenzung, Kapazität.
Warum wir Schamanismus brauchen
Auf dem Weg der Technologie und Rationalität haben wir etwas Wichtiges verloren: Echte Wahrnehmung und Verbundenheit.
Ist Schamanismus gefährlich?
Schamanismus ist ein wirkmächtiger magischer Werkzeugkasten und muss daher demütig und achtsam benutzt werden.
Wie ist der Ablauf einer schamanischen Sitzung?
Eine schamanische Sitzung ist sehr individuell. Dennoch hat die Heilarbeit natürlich bestimmte Inhalte und ein besonderes Setting.
Was ist eine schamanische Trance-Reise?
Mit einer schamanischen Trance-Reise gelangen wir in nichtalltägliche Ebenen des Lebens, um zu lernen.
Was macht ein Schamane?
Schamanen sind die Bewahrer des alten Wissens und der Gebräuche. Sie sind Heiler, Seher und oft auch spirituelle Berater und Medien.
Was ist Schamanismus?
Schamanismus ist ein uraltes Brauchtum. Im Zentrum stehen ekstatische Bewusstseinsreisen und die tiefe Verbindung zur Natur.







